anna s.

Vor ca. 2 Jahren trank ich einmal bei meiner Tante einen Espresso aus einer ganz billigen Eduscho Cafissimo Handhebelmaschine. Der schmeckte so viel besser als der Cappuccino, den ich sonst zuhause trank (zubereitet in einer Bialetti-Schraubkanne, mit direkt aus Italien importierem 100% Arabica Espresso der Firma Gioia), dass ich nichts anderes mehr wollte. Über ebay kaufte ich mir so eine Eduscho Handhebelmaschine, sie wird schon länger nicht mehr hergestellt und ging leider nach ein paar Monaten irreparabel kaputt. Ich kaufte sie noch zweimal nach, sie hielt immer nur einige Wochen. So kehrte ich wieder zur Bialetti zurück, war aber nicht mehr zufrieden mit dem Kaffeegenuß.

Zu meinem 40. Geburtstag wünschte ich mir von meinem Liebsten eine Siebträgermaschine. Ich rechnete mit ca. 600-700 € und begann das Internet, v.a. das Kaffee-netz zu durchforsten, was mich fast verrückt machte. Zunächst wollte ich eine Handhebelmaschine. Aufgrund der häufigen Berichte, dass diese sehr variable Ergebnisse liefern, was die Espressoqualität betrifft, nahm ich dann eine Einkreisermaschine ins Visier. Ich dachte, die Milch kann ich ja wie bisher im Milchschäumer auf dem Herd heiß machen und schäumen. Davon kam ich aber bald ab, als ich in Berlin einen Capuccino aus einer Quickmill trank. Die Quickmill war zu dem Zeitpunkt meine Favoritin aufgrund der angeblich kürzeren Aufheizzeit. Ich muß sagen, der Kaffeegeschmack hat mich nicht so überzeugt, aber die Konsistenz des Milchschaums brachte mich dazu, nach eine Zweikreismaschine zu schauen.

Und da kam ich schnell zur Bezerra BZ07 und zu espresso-prego. Ich kaufte sie, (bzw. ließ sie mir schenken – vielen Dank!) zusammen mit der K3 touch und war froh über das umfassende Angebot mit Brühdruckoptimierung, Einmahlen, sinnvollem Zubehör, und den super Tip mit dem Monsooned Malabar. Und natürlich der unvergleichliche Service der Famile Dreißig.

Mein lieber Mann hatte sich das ganze Hirnzerbrechen um die Kaffeemaschine im Vorhinein mit einem leichten Schmunzeln angesehen und dazu gemeint, er könne auch beim Bialetti-Espresso bleiben. Seit die Bezerra aber bei uns Einzug gehalten hat ist er fast noch mehr als ich an seinem morgendlichen Cappuccino interessiert. Ich habe selten ein schöneres Geschenk bekommen, eines das mir nachhaltig jeden Morgen großen Genuß bereitet und schon am Abend Vorfreude. Und das seit über einem Jahr! Letztendlich ist auch mein Kaffeekonsum heruntergegangen, weil ich auswärts seltener Cappuccino trinke, kann er doch meit nicht mit dem zuhause mithalten (außer in Italien) und mich eine Tasse Cappuccino aus der Bezzera so sehr befriedigt, dass ich keine zweite brauche (bis zum Nachmittag). Ach, der Kaffee schmeckt so weich und rund und aromatisch, nicht bitter und sauer, die Geschmacksrichtungen, die bei dem Gebräu aus der Bialetti vorherrschen. Ich muß aber auch sagen, die besten Ergebnisse erzielen wir mit dem Monsooned Malabar, an den ist bis jetzt nichts herangekommen, was Crema und Geschmack angeht.

Wir hatten anfangs etwas Schwierigkeiten mit dem Siebträger. Es geht ja wohl immer schwer hinein bei den Bezzeras, bei unserer ging er aber wohl wirklich nicht weit genug hinein, sodass man fast nach jedem Bezug die Dichtung abwischen muß und er trotzdem manchmal durch die Vibrationen herausgerüttelt wurde. Die Dreißigs von Espresso-Prego waren höchst geduldig mit unseren Problemen, es gingen Emails mit Fotos und Videos hin- un her und sie schickten uns schließlich eine Brühgruppe zum Austauschen nach Österreich (wo wir wohnen). Seitdem fällt der Siebträger nicht mehr hinaus, man muß aber trotzdem öfter die Dichtung auswischen und den Siebträger mit viel Kraft hineindrehen, damit der dicht ist. Das ist das einzige, was besser sein könnte, dass der Siebträger leichter hineingeht.

Eine Siebträgermaschine braucht mehr Wartung als eine Bialetti-Schraubkanne, aber das gehört zum Ritual des Espressozubereitens. Auch der richtige Umgang damit braucht einige Zeit gelernt zu werden: welcher Mahlgrad und warum verhält sich das unterschiedlich wenn das Wetter wechselt, wieviel Kaffeepulver hinein, wie fest tampern, aber das bekommt man ins Gefühl, sodass der Espresso meistens richtig super ist, und sonst immer noch sehr gut. Nicht zuletzt ist die Bezerra wirklich ein Schmuckstück in unserer Küche.