antje & jan p.

JPe Bezzi
Alles begann mit einer kaputten Pad-Maschine. Wohlgemerkt: wir waren zufrieden mit dem damit hergestellten Kaffee. Mein Mann ist von der Milchkaffee/Latte-Fraktion, ich mehr für Kaffee Pur. Natürlich freuten wir uns vor jedem Italien-Urlaub schon Wochen vorher auf den italienischen Espresso und haben dort auch nur diesen konsumiert – viel zu schade, den mit Milch zu verderben.

Niemals hätten wir uns angemaßt, dieses köstliche Zeug in den heimischen vier Wänden herstellen zu wollen, da doch die überwiegende Mehrheit deutscher Cafés nicht in der Lage ist, solchen zu servieren. Auch die Italiener vor Ort konnten nur annähernd einem Vergleich standhalten, und auch nur, wenn der Urlaub bereits einige Wochen zurück lag.

Aber zurück zur Pad-Maschine: Nachdem unsere defekt war, begann ich mit der Internetrecherche mit folgendem Hintergedanken: „Vielleicht kann man ja mal ein bisschen mehr investieren und eine ordentliche Maschine kaufen?!“ Dabei dachte ich so an maximal 500 €. Natürlich ohne Mühle. Aber halt, ich greife vor. Denn bei dieser Recherche stieß ich zunächst auf das Kaffee-Netz. Und las, und las und stellte fest: es gibt da eine Welt, die ich noch gar nicht kannte.

Oberstes Board-Mantra: Kaufe keine Kaffee-Maschine ohne Kaffee-Mühle! Amen. Das leuchtete ein. Zweites Board-Mantra (Achtung: persönliches Ranking! Die KNler würden garantiert mehrere Einsprüche dazu haben!): Willst du ordentlichen Espresso, dann kommst du um Handarbeit nicht herum – also Siebträger. Denn Vollautomaten sind was für Warmduscher. Auch das leuchtete ein. Aber mit diesen Erkenntnissen beginnt der ganze Spaß ja erst.

Ich kürze also ab: nach einem Jahr und vielen, vielen Abenden im Internet waren wir (ja, mein LAG hatte das Fieber inzwischen auch… Ich nehme an, die kinderbedingte Tauchabstinenz hat einem neuen technikverliebten Hobby fruchtbaren Boden bereitet) mal wieder soweit, nun endlich zur Tat zu schreiten. Schließlich brühten wir noch immer mit Hilfe eines Kaffeelöffels als Hebelchen mit unserer ollen Pad-Maschine. Doch da waren auch die Zweifel: Ist das nicht etwas viel Aufwand für eine schnöde Tasse Espresso? Damit kann man ja nicht mal eine große Tasse Kaffee machen. Werden wir diese Investition wirklich nicht bereuen?

Natürlich war auch der 500 €-Rahmen längst gesprengt. Aber nun hatte das Virus uns zumindest in der Theorie schon befallen, nun wollten wir es auch praktisch wissen. Anfang des Jahres haben wir uns endlich mit einer BZ10 und einer Quamar M80E beschenkt, als verspätetes Weihnachtsgeschenk sozusagen. Als die Mühle nach ein paar Tagen an kam, war der Schreck schon groß: da stand ein Riesenteil vor uns und das war nur die Mühle! Nun ja, zu spät, eine Woche später holten wir die Maschine. (Ich kann nicht behaupten, dass Auto kaufen aufregender ist.) Meine Güte, war (ist) die schön!!!

Es dauerte noch ein paar Tage bis der erste trinkbare Kaffee entstand (wir gaben uns den Siebträger in die Hand, da wir im Früh- und Spätdienst arbeiten und die Kinder hatten erstaunlich viele Freiheiten in der Zeit…), nach zwei Wochen bereits der erste Defekt (dank espresso-prego ruckizucki behoben, mein Mann und ich haben uns fast darum geprügelt, wer das Bauteil einbauen durfte) und inzwischen ist unser Kaffee-Konsum explodiert und wir sind sehr glücklich mit viel mehr Arbeit, viel mehr Sauerei aber auch vieeeel besserem Kaffee. Und schick sieht´s auch noch aus! Es gehört inzwischen zum Heimkommen-Ritual: ausziehen, Hände waschen, Kaffeemaschine an. Und dann: Wer darf!?

Wir haben die Entscheidung für eine Siebträger-Maschine jedenfalls nicht bereut. Es hat nur einen winzigen Nachteil: die Vorfreude auf den Italien-Urlaub muss sich auf die Pizza beschränken.
 

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