edvard h.

Die Siebträgermaschine – Eigentlich käme man ohne sie aus, vielleicht kann man sich noch mit dem Argument der Kaffeequalität entschuldigen.

Der Vorteil der Zweikreismaschine ist Außenstehenden aber nur schwer zu vermitteln. Mit dem Argument gleichzeitig Milch aufschäumen und Kaffee zubereiten zu können, ließ sich noch keiner meiner Freunde wirklich von der dann schnell vierstelligen Investition überzeugen.

Dann eher vom Chrom in der Optik und der Faszination der Zubereitung. Das erklärt den Reiz wohl eher: Sieht schön aus, macht Krach, dampft, erfordert etwas Erfahrung, will beherrscht werden. Auf den Knopf drücken kann jeder (Vollautomat), guten Kaffee mit der Siebträgermaschine zuzubereiten will geübt sein.

Eigentlich ist das Produkt fast schon Nebensache. Es geht wohl – vielleicht nicht jedem bewusst – um den Umgang mit dem Gerät, um Ästhetik durch Funktion und um Rituale. Ohne Aufheizen, Leerbezug, Mahlen, Tampern, Mäuseschwänzchen, Ziehen und Rollen, Riechen, Schmecken fängt der Tag nicht richtig an. Der geglückte Bezug ist das erste Erfolgserlebnis am Morgen, man hat ja wirklich was dafür getan. Die verzückten Mienen der beglückten Gäste nach dem ersten Nippen an der Cappuccino-Tasse sind da nur noch das Sahnehäubchen (das der italo-affine Kaffeegenießer gar nicht braucht).
 

Zurück zur Auswahl